Julia Schäfer

 

*1972, seit 2003 Kuratorin und Kunstvermittlerin an der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, 2000 Assistenz am New Museum of Contemporary Art, New York, 1999-2001 freie Mitarbeiterin am Kunstmuseum Wolfsburg, 2001-2003 Volontariat GfZK. Studium der Freien Kunst, Kunstpädagogik und Germanistik an der Universität Osnabrück und der Hochschule der Bildenden Künste Dresden. Julia Schäfer untersucht Vermittlungsstrategien im kuratorischen Feld der zeitgenössischen Kunst. Sie hatte Lehraufträge an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig und an der Akademie der Künste, Wien und an der Burg Giebichenstein, Halle/Saale. Sie hat eine Vielzahl an Publikationen herausgegeben.

 

Julias Bekenntnisse

 

Q. Hast Du ein Vorbild oder eine Lebensmaxime?

A. Gegenüber meines Bürotischs hängt eine Arbeit der amerikanischen Künstlerin Christine Hill. Darauf steht: 1. Know what you want. 2. Do what you like. Dieser Slogan begleitet mich seit 14 Jahren. Meine Kunstleistungskurslehrerin sagte immer: Wer spinnt, hat mehr vom Leben. Den zitiere ich auch oft und schon fast seit 30 Jahren.

 

Q. Welches Bildungserlebnis ist Dir in Erinnerung geblieben?

A. Geige spielen im Orchester, Museumsbesuche während des Studiums in der Weserburg in Bremen, mein Kunstunterricht auf dem Gymnasium, der Kauf eines Kandinskyposters mit 15 Jahren.

 

Q. Worüber kannst Du nicht lachen?

A. Ungerechtigkeit, Diskriminierung jeder Art.

 

Q. Was hast Du Dir zuletzt Schönes gekauft?

A. Den wunderschönen Katalog über die Architektin Lina Bo Bardi: Brasiliens alternativer Weg in die Moderne und ein tolles Zelt für meine Familie.

 

Q. Welches Buch würdest Du niemals weggeben?

A. Die Gedichte von Kurt Tucholsky, in denen ich seit 30 Jahren das Gedicht „Das Ideal“ markiert habe, um es in vielen Lebenslagen zu lesen oder weiterzugeben.

Meine Tagebücher.

 

Q. Wann fühlst Du Dich am lebendigsten?

A. Wenn ich mit meiner Familie zusammen bin. Beim Wandern. Beim Singen. Und sehr oft auch, wenn ich Kunst vermittle, und ich spüre, da kommt etwas an. Das liebe ich.

 

Q. Woran glaubst Du?

A. An das Leben und an das Universum.

 

Q. Gibt es für Dich einen Ort des Friedens?

A. Mein Ort des Friedens sind die Berge.

 

Q. Was meinst Du, war Deine letzte gute Tat?

A. Die Klavierschule meiner Tochter suchte dringend neue Proberäume. Ich konnte ihr auf dem Gelände der GfZK eine leerstehende Wohnung vermitteln. Jetzt hören wir vom Büro aus manchmal Klaviermusik.

 

Q. Wovon hast Du zuletzt geträumt?

A. Mehr Zeit für alles zu haben.

 

Q. Welche Musik magst Du am liebsten?

A. Ich tanze gerne zu HipHop, lausche mit meinen Kindern Deine Freunde und Fiva. Und ich liebe Rachmaninoffs Klavierkonzerte Nr. 2 und 3. Usw.

 

Q. Was findest Du schwerer, anfangen oder aufhören?

A. Das hält sich gut die Waage. Kommt total darauf an, worum es geht!